minimal vision

»minimal vision« ist eine audiovisuelle Auseinandersetzung mit der so genannten »minimal music« und »minimal art«.


Akustische Grundlage ist ein Orchesterstück mit minimalistischen Tendenzen, dessen Frequenzspektrum nach einer Vorgabe modifiziert und gefiltert wurde. Für die zeitliche Manipulation wurde ein Phasenvocoder eingesetzt, der mit Hilfe der FFT-Analyse (FastFourierTransformation) die Schwingung eines Klanges in eine Spektraldarstellung umwandelt. Bei diesem Verfahren wird  jeder Teilton digital bestimmt und gespeichert. Durch ein Resyntheseverfahren gibt er den Originalklang wieder. Der Klang steht danach ohne Änderung der Tonhöhe in beliebiger Abspielgeschwindigkeit zur Verfügung, wodurch das subjektive Zeitgefühl beeinflusst wird.

Auf der visuellen Ebene stellen Bilder des amerikanischen Künstlers Donald Judd das Material dar. Der Vertreter der minimal art steht für Simplizität, Klarheit, Einfachheit. Diese Bilder wurden ebenfalls seriell sortiert und im ersten Teil unterschiedlichen Tonhöhen streng zugeordnet. Synchron zur Musik laufen verschiedene Animations-Effekte und Überblendungen ab.

Insgesamt ergibt sich ein Wechselspiel Aktion und Reaktion der akustischen und visuellen Ebene. Die Musik gibt den Rhythmus für die Bilder vor. Die Bilder hingegen bestimmen den formalen Verlauf der Musik.